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Umfahrung Wilderswil

In Wilderswil entstehen zurzeit umfangreiche neue Strassenverbindungen. Kernstück bildet die rund 2 Kilometer lange Umfahrung, die das Dorf ab Ende 2023 vom Durchgangsverkehr befreien wird. Eng mit dem Projekt Umfahrungsstrasse verbunden sind zwei parallel laufende Teilprojekte: Der Direktanschluss an die Gewerbezone Flugplatz und die Hochwasser-Entlastung durch den Umfahrungs-Strassentunnel.

In den engen Strassen von Wilderswil staut sich - besonders in den Ferienmonaten und an Wochenenden - der Verkehr Richtung Lauterbrunnen und Grindelwald. Über 15 000 Motorfahrzeuge queren und belasten täglich das 2700 Einwohner zählende Dorf. Der berechtigte Ruf nach einer Umfahrungsstrasse erschallte in Wilderswil erstmals 1955. Konkrete Machbarkeitsstudien gibt es seit 2002. Im Jahre 2009 wurde ein Projektierungskredit gesprochen. Und 2017 gab der Berner Grosse Rat, mit dem Kreditbeschluss, grünes Licht für die Ausführung.

Visualisierung der geplanten Umfahrung

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Als multifunktionales Jahrhundertprojekt setzt die Umfahrung von Wilderswil zudem wegweisende Synergien frei. Denn damit öffnen sich gute Chancen, dass sich die ganze Region lebenswerter, wirtschaftlicher und sicherer entwickeln kann. Die Umfahrung Wilderswil darf somit nicht isoliert betrachtet werden. Das integrierte Projekt eines direkten Strassen-Anschlusses an das Gewerbegebiet Flugplatz hängt als Teilprojekt sehr eng mit dem Kernprojekt Umfahrung zusammen. Zudem wird der in der Umfahrung vorgesehene 540 Meter lange Strassentunnel künftig bei sehr massivem Hochwasser auch als Abflusskorridor für überschüssiges Wasser dienen. Damit wird das Hochwasserschutz-Konzept Lütschine-Bödeli abgeschlossen.

Die Umfahrung Wilderswil, samt ihren baulichen Begleitmassnahmen, stellt an die Beteiligten - sowohl Einwohner wie auch Baufachleute - hohe Anforderungen. Vier Baujahre mit Lärm, Umleitungen und Zusatzverkehr kommen auf Wilderswil und seine Einwohner zu. Mit dem Jahrhundertprojekt wird aber eine nachhaltige Bewältigung des künftigen Verkehrsaufkommens geschaffen: Mit einem verkehrsentlasteten Dorf und freien Fahrten zur Gewerbezone und, via Umfahrungsstrasse, zu den Ferienregionen in den Lütschinentälern.

Das Gesamtprojekt setzt sich aus einem Haupt- und zwei parallel laufenden Teilprojekten zusammen: Umfahrungsstrasse Wilderswil, Kosten: ca. 75 Mio. Franken / Direktanschluss Gewerbegebiet Flugplatz, Kosten ca. 13,5 Mio. Franken / Hochwasser Entlastung Wilderswil, Kosten ca. 3,3 Mio. Franken.
 

Die «Elegante» im Norden von Wilderswil

Die Umfahrungsstrasse von Wilderswil quert die Lütschine zweimal. Der Brückenbau forderte aus Sicherheitsgründen spezielle Baumethoden. Die Verschalung der Brücke wurde am Lehrgerüst aufgehängt. Denn es durften keine provisorischen Pfeiler, die das Lehrgerüst üblicherweise tragen, in die Lütschine gesetzt werden. Dies weil der Hochwasserfluss immer gewährleistet sein muss. Dieser Tage, genau bei Halbzeit der Bauarbeiten, war es so weit: Die betonierte rund 70 Meter lange Brücke ist vom Lehrgerüst auf die eigentlichen Brückenfundamente abgesenkt und ausgeschalt worden. Das Lehrgerüst ist abmontiert, es wird gegenwärtig für den Bau der Brücke Süd neu installiert. Wie elegant 370 m³ Beton aussehen können, zeigt nun die Brücke Nord in Wilderswil, wie sie sich harmonisch über den Fluss spannt. Die «Elegante» im Norden wird Ende September 2021 in ihrer Grundform fertig gebaut sein. Im Juni 2022 wird dann auch die identisch elegante südlich gelegene Brücken-Partnerin die Lütschine überspannen.

Die Brücke Nord, Teil der Umfahrungsstrasse Wilderswil, quert die Lütschine unmittelbar neben der BOB-Bahnbrücke.

Bild vergrössern Die Brücke Nord, Teil der Umfahrungsstrasse Wilderswil, quert die Lütschine unmittelbar neben der BOB-Bahnbrücke.

Die nördliche Brücke der Umfahrung Wilderswil ist 68 Meter lang und wird ca. Ende September 2021 in ihrer Grundform fertig sein.

Bild vergrössern Die nördliche Brücke der Umfahrung Wilderswil ist 68 Meter lang und wird ca. Ende September 2021 in ihrer Grundform fertig sein.

An der Brücke Nord der Umfahrung Wilderswil zeigt sich einmal mehr, wie elegant sich 370 m³ Beton in die Landschaft einfügen.

Bild vergrössern An der Brücke Nord der Umfahrung Wilderswil zeigt sich einmal mehr, wie elegant sich 370 m³ Beton in die Landschaft einfügen.

Knochenfund beim Tunnelbau in Wilderswil

Überraschung bei den Bauarbeiten für die Umfahrungsstrasse Wilderswil. Beim Aushub für den 568 Meter langen Tagbautunnel, der unter dem Dorfzentrum durchführt, wurden Skelettresten entdeckt. Laut Begutachtung einer Anthropologin stammen diese von einem Mann mittleren Alters. Im Fund-Umfeld wurden die Aushubarbeiten sofort eingestellt. Aber: Zwischen der Meldung der Bauleitung und der Begutachtung durch den archäologischen Dienst des Kantons Bern verstrichen nur wenige Stunden. Die Arbeiten am Tunnelaushub sind am gleichen Tag wieder aufgenommen worden. Die Voraussetzungen für eine archäologische Dokumentation waren zu gering. Die unterirdische Arbeitsweise bewirkte, dass die Knochen zweier weiterer Individuen auch nur noch ohne Zusammenhang geborgen werden konnten. Zudem gab es keine relevanten Hinweise auf weitere archäologische Reste und auch keine begleitenden Funde. Die Spezialistinnen vom Archäologischen Dienst gehen momentan davon aus, dass es sich beim Fundort um eine Grabstätte handelt. Diese wird nun neu ins archäologische Inventar aufgenommen. Eine genaue Datierung der Knochenfunde im künftigen Tunnel der Umfahrungsstrasse Wilderswil ist in Auftrag gegeben worden. Im Vorfeld der Bauarbeiten gab es keine Hinweise, dass in diesem Bereich Gräber zum Vorschein kommen könnten.

Ein Teil der Knochenreste die beim Tunnelbau der Umfahrungsstrasse in Wilderswil gefunden wurden. Wie alt sie sind, steht noch nicht fest. Sie stammen von einem Mann mittleren Alters.

Bild vergrössern Ein Teil der Knochenreste die beim Tunnelbau der Umfahrungsstrasse in Wilderswil gefunden wurden. Wie alt sie sind, steht noch nicht fest. Sie stammen von einem Mann mittleren Alters.

Zeitplan 2019 bis 2024

Umfahrung Wilderswil  
Herbst 2019 Start Bauarbeiten mit BOB/SPB-Querung südlich des Bahnhofs
Januar 2020 Start Bauarbeiten im Dorfbereich
Sommer 2020 Start mit den Hauptarbeiten Tunnel und Brücken
Ende 2023 Inbetriebnahme Umfahrung
Sommer 2024 Deckschicht Umfahrung und Instandstellung der Gsteigstrasse
   
Direktanschluss  
8. April 2019 Spatenstich, Start der Arbeiten
April 2020 Inbetriebnahme neues BOB-Trassee
Oktober 2020 Inbetriebnahme Direktanschluss
   
Hochwasserschutz  
September 2019 Bau Abschnitt Greiche/Fliesou, Rotebächli, Uferschutz Obereyli
Juli 2020 Bau Tschingelmatte, Aufweitung Obereyli
Winter 2022 Bau Hochwasserentlastung Wilderswil
   

Wer baut und wer ist zuständig

Umfahrung Wilderswil  
Auftraggeberin Tiefbauamt des Kantons Bern, Oberingenieurkreis I
Projektleitung Bruno Burkhard
Gesamtleiter Beat Aeschbacher, ingenta AG
   
Direktanschluss  
Auftraggeberin Gemeinden Wilderswil, Matten, Schwellenkorporation Bödeli Süd, BOB, ASTRA
Projektleitung Mathias Boss, Geschäftsstelle Direktanschluss, Gewerbezone Flugplatz
   
Hochwasserschutz  
Auftraggeberin Schwellenkorporation Bödeli Süd 
Projektleitung Rolf Künzi, Flussbau AG
   

Laufende Projektinformationen

Archiv zu den bisherigen Bauphasen

Auf dieser Seite finden Sie Informationen und Fotos zu den bisherigen Arbeiten in diesem Bauprojekt.

 

Kontakt 

Für alle Ihre Fragen, Kritik, Lob und Anregungen zur Umfahrung Wilderswil:   
E-Mail an info@umfahrungwilderswil.ch
 


Weitere Informationen

 


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